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Bekanntmachung


1826: Grußwort des obersten Narren an sein Getreuen.
1826: Grußwort des obersten Narren an sein Getreuen.

"Auf Befehl Sr. Lustigstekeit des Narrenkönigs, meines Herrn, Ich, Giselinus von und zu Schmerzenbier, Kammerherr Sr. Allerlustigstekeit, wirklicher lustiger Rath, der rechte Doctor und der linken Magister, Inhaber des großen Durstes, entbiete jedermänniglich meiner Gruß und Dienst zuvor."

Es folgte schließlich die "Ordnung der festlichen Unordnung:
"Am Donnerstag vor Carnaval rückt um 2 Uhr Nachmittags die Garde Sr. Allerlustigstekeit des Narrenkönigs mit klingendem Spiel durch das Bergerthor in die Stadt und auf den Marktplatz. Dieselbe wird, um die guten Narren nicht über die Gebühr noch mit Einquartierung zu beschweren, auf deren Kosten kasernirt. Gegen 3 Uhr Nachmittags rücken zum Flingerthor herein die Alliirten und Hülfstruppen der befreundeten Stadt Krähwinkel, nehmen ihren Standpunkt auf dem Friedrichs-Platz und stellen Wachen bei ihren Fahnen ans. Der Stadt-Kommandant empfängt die Anmeldung von dem Einrücken der Truppen und begibt sich mit sei nem Adjutanten zuerst zur Garde, nachher zu den Hülfstruppen, ertheilet die nöthigen Befehle etc. und läßt eine Hauptwache aufmarschieren. Gegen 5 Uhr sind mehrere Couriere aus allen Strichen des Windes zu erwarten, welche der Ankunft des Reichskanzlers vorausgehen. Diese erfolgt bald darauf, so wie die Ankunft mehrerer der Einberufenen. Mit dem ersten kommt das Theater Personal Sr. Allerlustigstekeit. Abends ist Versammlung Sämmtlicher auf der Redoute, woselbst folgende Unordnung herrschen wird: Unter Anführung des Reichskanzlersin gehöriger Ordnung betreten die Masken den Saal. Der Reichskanzler hält die Bewillkommnungsrede, in welcher er im Namen Seines Herrn die Freude über das willige Erscheinen der Narren und die Erwartungen zu erkennen gibt, die Sr. Allerlustigstekeit von Ihren Notabelen hegen. Die Kapelle Sr. Allerl. führt eine Kantate auf. Ebenso werden andere Spiele, das große Fest vorbereitend, aufgeführt. Darauf gibt der Reichsherold das Zeichen, und der Kanzler entläßt die versammelten Narren mit der Nachricht, daß Sr. Allerl. am Sonntag-Nachmittag hier eintreffen und die Huldigung seiner Getreuen empfangen werden.

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