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Boden für blütenreinen Karneval

Blumen-Korso mit Bonbonschlacht


1907 zog erstmals ein Blumen-Korso durch Düsseldorf
1907 zog erstmals ein Blumen-Korso durch Düsseldorf

Das neue Jahrhundert begann, durch die Karnevalsbrille gesehen, so, wie das alte geendet hatte. Der Narrentempel der Tonhalle wurde von drei großen Gesellschaften auf den Kopf gestellt, die anderen, auch kleineren Vereine machten mit Sitzungen und Bällen in weiteren Etablissements deutlich, daß sie im Winterbrauchtum ein Wörtchen mitzureden hatten. Restaurants selbst lockten mit karnevalistischen Konzerten und fröhlichen Nachsitzungen. Die Rosenmontagszüge ließen künstlerisch nichts zu wünschen übrig. Die Malkästner luden weiter zu herrlichen Redouten. Auch der damalige Straßenkarneval wird als bunt und originell geschildert. Der größte Teil der Düsseldorfer identifizierte sich mit den närrischen Festen und dem bunten Treiben. "Der Boden war", wie Eduard Czwoydzinski beobachtete, "für einen blütenreinen Karneval bestens bereitet."

Ein besseren Start ins neue ]aluhundert als mit der Parodie auf die "Weltausstellung" 1902 hätten sich die Karnevalsgewaltigen gar nicht wünschen können. Auch der Rosenmontagszug im folgenden Jahr, der "ideale Zustände" karikierte, konnte sich sehen lassen; mit 21 Wagen, 60 Gruppen und 14 zum Teil berittenen Musikkorps hatte er, wenn auch mit der Ausdehnung heutiger "Zöch" nicht vergleichbar, beachtliche Ausmaße. Aber Düsseldorf, das in den beiden Jahren darauf an den Karnevalsdienstagen besonders schöne Kappenfahrten erlebte, zählte damals nur etwas mehr als 200 000 Einwohner und umfaßte nicht mal ein Viertel der heutigen Fläche. Doch im Zuge der indvstriell-wirtschaftlichen Entwicklung war es aufwärts gegangen: Die Stadt und ihre Menschen konnten sich etwas leisten.

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