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Geschichte der Verbote

"Allerhöchste Kabinetts-Ordre blieb in Düsseldorf unbeachtet"


Gegen "Karnevals-Masqueraden" in Düsseldorf: König Friedrich Wilhelm III.
Gegen "Karnevals-Masqueraden" in Düsseldorf: König Friedrich Wilhelm III.

Die Geschichte des Karnevals sei eine Geschichte von Verboten, hat ein karnevalskundiger Mann einmal resümiert. Das gilt ganz allgemein, insbesondere aber auch für Düsseldorf. Vor allem gegen den Straßenkarneval und die öffentliche Vermummung wurde behördlicherseits immer wieder vorgegangen. Und so war der Karneval keineswegs immer, was er eigentlich sein sollte: eine unbekümmert-frühlich-lustige Angelegenheit.

Eingriffe der Obrigkeit haben sich die Düsseldorfer Narren häufiger gefallenlassen müssen. 1828, also in Preußens Ära, wurde er sogar untersagt. Nach der Übernahme der Rheinlande erlaubte König Friedrich Wilhelm III. "Karnevals-Masqueraden nur in denjenigen größeren Städten..., wo sie von Alters her herkömmlich stattgefunden haben". Düsseldorf, voran sein Oberbürgermeister Philipp Schöller, Düsseldorfer von Geburt, fühlte sich von der "Allerhöchsten Kabinetts-Ordre" nicht angesprochen, bezog sie allenfalls auf Karnevalszüge, nicht aber auf das Maskentreiben in Straßen und Gaststätten. Dank der Nichtbeachtung des unsinnigen Befehls von der Spree wurde an der Düssel weiter Karneval gefeiert. Und die Düsseldorfer wehrten sich vehement, als Berlin sechs Jahre später erneut dazwischenfunkte und der Regierungspräsident in Düsseldorf, der bis dahin ebenfalls Nachsicht hatte walten lassen, nach entsprechender Information durch den Oberpräsidenten in Koblenz den Oberbürgermeister anwies, den Befehl Seiner Majestät jetzt gefälligst zu befolgen. Friedrich Wilhelm hatte erzürnt seinen Friedrich Wilhelm unter die neue Order gesetzt, weil einem Artikel in der "Spenerschen Zeitung" in Berlin zu entnehmen war, daß trotz seines Verbots von 1828 in Koblenz närrische Feste mit einem öffentlichen Aufzug gefeiert werden sollten.