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Liedersammlung von 1800 bis 1994


Zu allen Zeiten sind u.a. Ereignisse aber auch Personen besungen worden, woraus sich das Volkslied in breiter Form entwickelte

Viele dieser schönen Volkslieder, deren Entstehung über viele Jahrhunderte zurückliegt, sind uns erhalten geblieben. Das Geheimnis hierfür liegt im leicht aufzunehmenden Text wie auch in einer einschmiegsamen Melodie. D ie Heimatlieder haben sich auf Grund ihrer Gefälligkeit schnell ausgebreitet und ihre Art hat zur kulturellen Fortentwicklung des Liedgutes beigetragen.

So wurde das Volkslied, in dessen Text sich die Geschichte spiegelte, zum besten Zeitzeugen. Es hat uns die Vergangenheit überliefert, woran es die einschlägige Literatur häufig fehlen ließ. Das Besingen sowie die Verteibung des Winters wie aber auch das Herbeisingen des Frühlings gehörte schon bald zum Bestand des Volksliedes. Es ist wohl nicht verwunderlich, daß humorvolle Texte mit lustig klingenden Melodien zur Entstehung des heutigen Karnevalsliedes beitrugen.

Als sich zu Beginn des vorigen Jahrhunderts der Karneval in romantischen Formen darzustellen bemühte, ging die Schöpfung des Liedes mit den Ereignissen überein. Von nun an war das Lied Bestandteil des gesamten fröhlichen Treibens. Die entstehenden Lieder präsentierten sich mit Satire, großer Lebenserfahrung, oftmal trotzig in lustiger Laune aber auch zur Ehre der Heimat und Personen, wie z.B. im Liederbuch von 1841 nachzulesen ist.

Das Lied des Herrn Hoppediz

Während man damals dem Text eines Liedes bereits bestehende Melodien unterlegte - dies geschah, wenn auch noch vereinzelt bis 1954 - so zeichnete sich ab 1900 eine andere Entwicklung ab. Von nun an wurde zum geschriebenen Karnevalslied eine eigene. eine neue Melodie, komponiert. Auch änderte sich der Inhalt des Liedes. Während die bisherigen Lieder vielfach Wein, Weib und Gesang zum Inhalt hatten, gesellte sich der Rhein, die Pritsche, die Mütze w: e auch der Prinz Karneval etc. hinzu. Der Humor blieb hierbei nicht auf der Strecke.

Es war wohl jene Zeit, in der sich das Karnevalslied seinen Weg bis zum heutigen Schlager bahnte, wobei es seinen gesellschaftlichen Platz eingenommen hat. Wäre es nicht da, so würde etwas fehlen. Von den gesammelten Liedern entfallen auf die Zeit

von 1800 bis 1954 ( Band I ) 368 Lieder, deren Texte einer bestehenden Melodie unterlegt war von 1900 bis 1994 ( Band II )

647 Lieder, deren Texte auf einer neuen, eigenen Melodie geschrieben wurden.

Auf die Entwicklung des Liedes im vorigen Jahrhundert einzugehen würde diesen Rahmen überschielten; dazu ist das Lied am besten berufen. Ferner wird mit der Auflistung der gesammelten Lieder zum "Titelverzeichnis" keineswegs der Anspruch auf Vollzähligkeit erhoben. Vordergründig möchte ich einen geschichtlichen Überblick zuun Liedgut als solches schaffen.

Darüberhinaus soll dieses Titelverzeichnis vor der Textzusammenstellung allen Interessenten die Vielzahl der zum Düsseldorfer Karneval gesungenen Lieder näher bringen.

Es darf nicht übersehen werden, daß im Rahmen der Ansammlung die Wiedergabe von Text und Noten mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden war. So ist denn in den Jahren vieles, auf welche Art auch immer, in Verlust geraten; auch konnte nicht immer die Jahreszahl festgestellt werden.

Obwohl das Urheberrecht weitere Schwierigkeiten mit sich bringt, werde ich ungeachtet dessen zielstrebig die Textausgabe weiter verfolgen, die ohnehin mit den Noten verbunden ist. Abschließend darf gefolgert werden, daß der Düsseldorfer Karneval eine starke und tiefe Verbundenheit mit den Geschicken der Stadt vermittelt, deren Bewohner in ihm ein Heimatfest alter Tradition sehen.

Darum muß die Pritsche an die kommende Generation verpflichtend weitergegeben werden. Hierzu sollte sich jeder im Interesse der Erhaltung des Brauchtums als berufen betrachten.