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Tanzsportformation

Düsselsterne
Geburt mit Komplikationen

Die Geburt der Tanzsporttormation „Düsselsterne" verlief nicht ohne Komplikationen. Bei Onger ons deutete Ehrensenator Günter Keime an, daß eine Tanzgarde innerhalb eines Karnevalsvereins immer nur fünftes Rad am Wagen wäre und der Mutterverein nie die nötigen Investitionen machen würde, damit die am Markt geforderten Leistungen gebracht werden könnten. Ein selbständig geführter Tanzsportverein aber vermöge sich wirtschaftlich nicht zu tragen. Hinzu kam die Sache mit dem Nachwuchs, der selbst großgezogen werden sollte. Ständige Antwort der Eltern auf die Bitte, ihre Kinder mit sechs Jahren mitmachen zu lassen:

Nach starken Geburtswehen prächtig gediehen: die Düsselsterne. Karneval spiele sich doch zu 90 Prozent in der Kneipe ab, und dazu gebe man die Kinder nicht her. Dennoch: Man erarbeitete 1981 ein Konzept, dem die Mitgliederversammlung von Onger ons zustimmte. Schon im September des Jahres wurde die Tanzsportformation „Onger ons" gegründet.

Aber zwei Vereine gleichen Namens? Das Amtsgericht unterschied klar: hier Karnevalsgesellschaft, da Tanzsportformation. Als man glaubte, daß der amtlichen Eintragung nichts mehr im Wege stünde, legte sich das Finanzamt quer. Es gab 1951 noch keine Gemeinnützigkeitsanerkennung für Karnevalsvereine. Uns wurde unterstellt, daß wir die Gründung eines Sportvereins nur vorgenommen hätten, um Gelder für den Karnevalsverein zu waschen. Dieser Streit zog sich etliche Jahre hin. Auch eine Intervention des Deutschen T'anzsportverbandes brachte keine Klärung.

1988 waren die Mitglieder des Streites müde und beschlossen, dem Verein einen neuen Namen zu geben. Nach einer Ausschreibung entschied man sich für „[)üsselsteriie". Prompt lag nach nicht einmal zwei Wochen die Anerkennung der Gemeinnützigkeit vor. Gleichzeitig versuchten wir als Mitglied im Bund Deutscher Karneval und im neuen Verband der Tanzgarden die versprochenen Formulare für die Mitgliedschaft in den Dachverbänden des Deutschen Sportbundes zu bekommen. Leider waren auch hier die Versprechungen großer als das, was gehalten werden konnte. Uns blieb keine andere Möglichkeit, als dem Deutschen Verband für Garde- und Schautanzsport beizutre ten. Inzwischen gingen der interne Aufbau des Vereins und die systematische Schulung von Übungsleitern durch den Deutschen Sportbund weiter. Heute hat der Verein 100 Mitglieder, davon 70 aktiv tanzende. Es wurden diverse Titel und Pokale gewonnen, Höhepunkt: die Erringung der Vize-Europameisterschaft im Gardetanz mit }icbefigurcn 7998. Und so war bei der Ehrung verdienter Sportler der Stadt Düsseldorf durch Oberbürgermeisterin Marlies Smeets erstmals auch der Gardetanzsport dabei. Mit Akrobatik wurden schon etliche Preise und Pokale gewonnen.