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Woher stammt der Neanderthaler

Woher stammt der Neanderthaler?

Zwei renommierte Oberbürgermeister von Köln und Düsseldorf aus den zwanziger und frühen dreißiger Jahren hätten auch in der Bütt ihren Mann gestanden. Ihr Zwiegespräch über die Herkunft des Neandertalers kann das nur bestätigen.

Es war 1926 während der Gesolei, der großen Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen. Bei einem Bankett, das Düsseldorfs Stadtoberhaupt Dr. Robert Lehr zu Ehren seiner neugierig aus der näheren und weiteren Umgebung herbeigeströmten Kollegen gab, dankte der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer im Namen der Gäste für die freundliche Bewirtung: „Düsseldorf ist eine schöne und jroße Stadt jeworden. Sie ist zwar eine junge Stadt, aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, in Wirklichkeit ist Düsseldorf die älteste Stadt am janzen Niederrhein, ja, von janz Deutschland. Man hat nämlich nicht weit von hier den Schädel eines Mannes aus vorjeschichtlicher Zeit jefunden, und zwar im Neandertal, durch das die Düssel fließt, ein Bach, von dcm die jroße Stadt Düsseldorf ihren Namen hat. Man muß also foljcrn, meine Damen und Herren, daß dieser Neandertaler ein echter Düsseldorfer jewesen ist. Daß das wahr ist, jeht aus foljendem hervor: Seine jeistigen Anlagen waren unterentwickelt! Die Backenknochen stehen weit vor: Das verweist auf Brutalität! Sein Unterkiefer tritt stark heraus: Das ist das Zeichen jroßer Schwatzhaftigkeit. Wir dürfen, meine sehr verehrten Damen und Herren, der schönen Stadt Düsseldorf zu diesem echten Vorfahren von Herzen jratulieren." Sprach's und setzte sich jrinsend, dieser Kölner.

Glaubwürdigen Versicherungen zufolge soll der Düsseldorfer Oberbürgermeister Lehr sich darauf ebenfalls jrinsend erhoben und geantwortet haben: „Gewiß, es stimmt, was mein hochverehrter Kollege aus Köln ausgeführt hat. Der in der Nähe von Düsseldorf gefundene Neandertaler besitzt in der Tat eine fliehende Stirn. Seine Backenknochen sind wulstig, und sein Unterkiefer tritt stark hervor.

Das alles läßt mit Recht auf geringe geistige Qualitäten, auf Gewalttätigkeit und ein großes Mundwerk schließen. Aber leider ist die Schlußfolgerung, die unser Kollege aus Köln gezogen hat, falsch. Der Neandertaler war nämlich kein Düsseldorfer, sondern ein in Düsseldorfer Kriegsgefangenschaft verstorbener Kölner!"

Eigentlich erstaunlich, daß daraufhin nicht wieder ein KölnDüsseldorfer Krieg ausbrach. Ein drei faches Helau sind diese Tatsache und die Reaktion unseres einstigen Stadtoberhauptes, der nach dem Krieg Bundesinnenminister unter Kanzler Konrad Adenauer war, aber auch heute noch allemal wert.