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Helau !!!

Helau

Es ist weniger ein Spottruf, wie das Rheinische Wörterbuch vermerkt, als ein Schlachtruf zur Fastnacht. Zurückführen läßt es sich in Düsseldorf zumindest bis 1833: Nach einem Maskenspiel auf dem Burgplatz wurde abends, wie es heißt, die "Verlobung des Hanswursten unter Helau und Habuh mit Anna Dorothea Petronella Weichbusen" gefeiert. Die Mainzer Karnevalsfreunde, mit denen die Düsseldorfer 1935 eine Karnevalsehe eingingen, übernahmen bei der „Training" den Ruf aus Düsseldorf. Erklärungsversuche für das Wort gibt es reichlich. Manche vermuten hinter dem "Helau" eine Abwandlung des Anrufs "Hallo", der englisch ausgesprochen - "hällou" - dem Schlachtruf der Narren recht nahekummt. Andere bringen das Wort mit "Hellblau" oder "Halbblau" im Gegensatz m ganz blau (Zustand) in Zusammenhang. Ebenso zweifelhaft wie diese Deutung dürfte jene sein, die „Helau" vom alten Ruf "Hol-über" ableitet, mit dem "Spätheimkehrer" nach dem Besuch - nicht nur - karnevalistischer Veranstaltungen die Fähre von der anderen Rheinseite heranholten. Am Niederrhein soll das "Helau" auch einmal ein Hirtenruf gewesen sein. Bei der Erkundung der Ursprünge des jecken Schlachtrufs wird auch ganz tief in die Geschichte zurückge blendet. Jenem Grafen Adolf von der Mark bzw. später von Cleve, der im 14.Jahrhundert die Geckengesellschaft gründete, soll das Volk, als er auf einem Wagen durch die Gegend fuhr, „Heel Aleph" zugejubelt haben. „Heel" grüßten nachweislich schon die Germanen. Alef steht im Altdeutschen für Adolf. Die Wandlung von „Heel Aleph" zu „Helau", mutmaßen kühne Sprachforscher, dürfte mithin gar nicht so abwegig sein, zumal sich Laute wie "ow" und "aw" zu "au" veränderten (Grawen Berge = graue Berge zu Grafenberg). "Helau" würde also danach „Heil Adolf" bedeuten...