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Karnevalssamstag

Der Tuntenlauf am Karnevalssamstag


Er ist verhältnismäßig jung im alten Düsseldorfer Karneval. 1996 als 'Maskerata de Tenerife' in den Düsseldorfer Karneval eingeführt, hatte der Volksmund schnell einen anderen Namen für den Wettlauf der verkleideten Männer gefunden: Tuntenlauf. Der Erlös des Laufes geht an die Düsseldorfer AIDS-Hilfe. Angefeuert werden die Tunten nicht nur vom begeisterten Publikum, sondern auch von Moderator(in) Käthe Köstlich.

Geschminkt, mit hohen Absätzen, engen Röcken, teils riesigen "Brüsten" und anderen nötigen Accessoires wetzen verkleidete Herren Damen über einen Laufsteg. Ganz nebenbei gilt es auch noch, einige knifflige Geschicklichkeits-Aufgaben zu erfüllen.

Zum Beispiel 2003: Eine Mandarine auf einem Backblech balancierend rasen die 'Damen' in Plateauschuhen oder mit riesigen Pfennigabsätzen um drei Hütchen herum und über den langen schwarzen Laufsteg. An dessen Ende geht es die Treppe wieder hinunter, die Mandarine wird gepellt und an die johlenden Zuschauer verteilt. Mit einem Kamelle-Kübel bewaffnet eilen die scharfen Feger zurück, werfen die Bonbons ins Publikum. Und das, so der Rat von Moderatorin Käthe Köstlich, nicht gegen die Windrichtung.

Klare Sache, dass die Namen der tuntigen Läufer nicht hinter den schrillen Outfits zurückstehen. So hat Rita Rattig schon mehrfach mit gutem Erfolg am Tuntenlauf teilgenommen.

Von Jahr zu Jahr zieht der Tuntenlauf mehr Schaulustige am Karnevalssamstag auf die Kö. Selbst aus München und Berlin kommen Zuschauer und Teilnehmer. Kaum vorstellbar, dass der Tuntenlauf bei seiner Einführung Mitte der 90er Jahre zunächst nicht nur auf Gegenliebe stieß. Einige traditionell ausgerichtete Jecken wollten die Veranstaltung lieber ersatzlos streichen.